Fiktive Fortsetzung ab S. 59

"Was ist?", flüsterte er. Mir begann es eiskalt den Rücken hinab zu laufen, da war irgendwer, irgendjemand war mit uns schon die ganze Zeit über hier, hier auf dem Friedhof. In diesem Moment wurde mir klar was wir gerade taten, wir befanden uns kurz vor Mitternacht auf einem düsteren Friedhof um den toten Bruder einer unserer Mitschülerinnen auszugraben. Als hätte mich soeben der Blitz getroffen, begriff ich was hier vorging. Pierre Anthon und seine unglaublich provokativen Weisheiten hatten es nach und nach geschafft in uns einzudringen. Es hätte mir viel früher auffallen müssen was diese Rufe vom Baum hinab mit uns, mit mir anstellten. Tief in uns drinnen machten wir uns nämlich alle sehrwohl Gedanken über das was Pierre Anthon da von sich gab. Vielleicht verstanden wir einiges nicht, er fasste es ja auch nicht gerade in die leichtesten Worte, doch letztendlich waren wir uns über vieles was er ansprach genaustens bewusst. Bewusst. Bewusster. Glasklares Bewusstsein. "Ach nichts, es ist nichts", sagte ich zu Ole, welcher mir augenrollend den Rücken zukehrte und in der Dunkelheit verschwand. Das war die Chance, eine bessere würde es nie wieder geben. Zügig lief ich einmal um die Kirche herum, natürlich so dass ich nicht überraschend in Elise hinein stolperte. Nachdem ich außer Reichweite war begann ich zu rennen, so schnell ich konnte. Wer auch immer uns beobachtet hatte, was auch immer diese Person nun vorhatte, alles würde Folgen haben und ich musste mich schleunigst aus dem Staub machen bevor ich noch tiefer in dieses nie wieder endender, sich zuspitzende Loch hinab sank. Kurzer Hand kletterte ich über den Zaun am hinteren Ende des Friedhofes und rannte über das sich vor mir endlos erstreckende Feld. Weit. Weiter. Unendlich. Ich hatte einzig und allein ein Ziel - der Wald. Nicht dass mir bewusst war was mich dort erwartete oder was ich anschließend tun würde, ich wollte einfach nur weg von diesem Wahnsinn, weg von diesen Menschen, den Kindern von welchen ich manche meine Freunde nannte, weg von Pierre Anthons Zurufen, die mich so heimtückisch ins unendliche Nachdenken drängten, weg von der Wahrheit. Plötzlich vernahm ich polternde Schritte hinter mir, ich getraute mich nicht mich umzuwenden, so unglaubliche Angst fühlte ich. Es war die Person, das Rascheln vom Friedhof und ich rannte mitten in der Nacht, sterbenseinsam auf einem Feld Richtung Wald, mit ihr im Rücken. "Wer bist du?", keuchte ich, während ich noch immer rannte, abermals ohne mich umzudrehen. Die Schritte verstummten und ich hielt es nicht mehr aus, blieb stehen und wandte mich abrupt um. Eine schwarze, kräftige Silhouette zierte den nächtlichen Horizont über dem goldgelben Weizenfeld - Pierre Anthon! Symbole: - Dunkelheit/Finsternis/Nacht ---> steht für seelische Kälte und Verlust des "Lichts" an der Aktion - weites Feld mit Wald am Ende ---> steht für den noch langen Weg bis zur Vollendung des Bedeutungsberges und ein letztendlich, reizendes, doch düsteres Ende (Wald)

24.6.13 22:58

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